Mein pädagogisches (Wald-)Konzept
♡ Kinder sind Schatzsucherinnen und Sachenfinder, Abenteurer und Entdeckerinnen ♡
Was gibt es Schöneres, als draußen herumzustreunern und die Schätze und Geheimnisse der Natur kennen zu lernen! Jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken und zu erforschen. Wir erleben die Natur im Laufe der Jahreszeiten und fühlen uns als ein Teil von ihr.
Wir fühlen uns beschützt unterm Blätterdach der Bäume, streicheln weiches Moos und lauschen dem Specht. Mal mittendrin in der Kindergruppe, mal in sich versunken hinter einem Baum - hier tankt die Seele des Kindes auf. Wir schauen in kindgerechten Büchern nach, was wir entdecken, und sind stolz darauf, was wir schon alles wissen.
Fasziniert staunen wir, was ein einziger Baum uns schenkt: Vogelgesang, Blätter, Äste, Moos, Rindenschiffchen, Wurzelschnüre, Baumfrüchte wie Eicheln, Kastanien, Bucheckern ... Geben wir unseren Kindern die Möglichkeit, unbeschwert draußen herumzutollen, seine kleine Welt zu erweitern und Spannendes zu erleben. Jedes kleine, bestandene Abenteuer ist ein Baustein in der Entwicklung des Kindes, seines Selbstbewusstseins und seiner Selbstwirksamkeit. Die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) wird auf diese Weise nachhaltig gefördert.
♡ Kleiner Ausflug in die Naturpädagogik ♡
Gewappnet werden für das "wirkliche" Leben
Sich durch die Büsche schlagen (entschlossen ein Ziel verfolgen) ** mit äußeren Begebenheiten umgehen lernen (für das Regenwetter kann niemand etwas - machen wir das Beste draus) ** Regeln beachten lernen (Straßenverkehr, wir essen keine wilden Früchte, wir bleiben immer in Sichtweite, wir tun einander nicht weh)
Kreativität, persönliche und sprachliche Weiterentwicklung
Selbstorganisation (Materialbeschaffung, Sammeln, Lagerung) ** kein vorgefertigtes Spielzeug (eigene Ideen entwickeln) ** Wir schauen, was wir im Wald entdecken und vorfinden (Aufmerksamkeit, Konzentration; Selbsterfahrung: Was interessiert mich?) ** Kommunikation (wir müssen uns darüber unterhalten, was wir mit den vorgefundenen Naturmaterialien spielen wollen) ** Sprachförderung (Singen, Bilderbücher, Zuhören, Erzählen, Wiederholung des Gesagten in korrekter Form)
Naturerlebnis, Verantwortung
Die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen (Waldluft schnuppern, Blätterrauschen) ** Verantwortung für den Lebensraum Natur (Respekt vor lebenden Tieren und Pflanzen, kein sinnloses Abreißen von Blättern und Blumen, keine lebenden Bäume ansägen, achtsames Beobachten von kleinen Tieren, keine Abfälle hinterlassen)
Gesundheitliche Aspekte
Viel Sauerstoff an frischer Luft ** gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe der Waldluft ** Vitamin D durch sanfte Sonneneinstrahlung im Wald ** angenehmer Schattenspender Wald an heißen Tagen ** weniger Infekte ** Augengesundheit durch Farbe Grün und Schauen in die Weite
Motorische Entwicklung und Raumerfahrung
Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit, Gleichgewichtssinn durch unebenen Waldboden ** Orientierungssinn und Raumerfahrung durch Strecken ablaufen, Klettern, Herunterspringen, Erkunden von kleinen Gräben
♡ Diese großen und kleinen Erlebnisse erwartet Ihr Kind bei uns ♡
Jahreszeit erleben, Tiere und ihre Spuren entdecken
Blätter, Stöckchen, Schneckenhäuser und Steinchen sammeln/betrachten/sortieren/zählen
Moos und Blüten aufkleben, z. B. nach Farben sortiert
Naturmandalas gestalten, Astwall/Hütte bauen
Malpaste aus selbst geriebener Straßenmalkreide und Wasser rühren
"Waldküche" (z. B. Süppchen mit Fichtennadel-Nudeln, Moos-Gemüse, Haselnuss-Würstchen, Kastanien-Knödel)
Lehmkugeln rollen und Lehmfiguren kneten, Baumgesichter gestalten
Im Winter Schneespuren finden, Schneefiguren bauen
Bilderbücher betrachten ("Literaturspaziergang")
Finger- und Kreisspiele im Morgenkreis, Geschichten aus dem Geschichtensäckchen lauschen und mitgestalten
Verstecken spielen, Hängematte aufspannen, Zwergenwohnungen bauen
Waldkugelbahn aus Rindenstücken bauen und was zum Kullern suchen
Erste kindgerechte Werkzeuge erproben, z. B. kleine Sägen, kleiner Hammer
Seifenblasen pusten (oder vom Wind pusten lassen)
Pfützen leerspringen ;)
Wer möchte da nicht gleich mitkommen? Selbstverständlich achte ich darauf, dass sich die Kinder beim Spielen und Erkunden nicht verletzen. Das Werkeln mit kindgerechtem Werkzeug wird von mir beaufsichtigt. Ich achte auf wetterangepasste Kleidung und dass sich Ihr Kind während seiner kleinen Abenteuer jederzeit wohlfühlt.
Tagesablauf und Ausstattung
Tagesablauf (Beispiel)
Ab 8.00 Uhr:
Ankommzeit, begleitetes Freispiel und pädagogisches Angebot im Spechtgärtchen
ca. 9.00 Uhr:
Entdeckertour mit dem Lastenfahrrad "Babboe" mit Morgenkreis und Brotzeit im Wald, auf der Wiese, auf dem Spielplatz etc.
bis 12.30 Uhr:
Wir sagen für heute Servus und freuen uns schon auf das nächste Mal!
Die jeweiligen Aufenthaltsorte hängen vom Wetter, der Jahreszeit und natürlich von den Wünschen der Kinder ab. Besonders gern packen wir unsere Siebensachen in unser geliebtes Lastenfahrrad und fahren an einen - gemeinsam ausgesuchten - Lieblingsort in der näheren Umgebung und im wunderschönen Schuttertal. Bei Regen sind wir regendicht gekleidet von Pfütze zu Pfütze unterwegs ;)
Spechtgärtchen
Der Zugang zu meinem Betreuungsraum erfolgt über den eigenen kleinen Spielgarten, dem "Spechtgärtchen". Das Gärtchen ist eingezäunt. Eine Kindermatschküche, ein Holzspielhaus und die Werkelecke laden zum kreativen Tun ein. Über die Mini-Holzterrasse gelangt man direkt in das Spielzimmer.
Spielzimmer
An kalten Tagen steht uns unser kindgerechtes, warmes Spielzimmer zur Verfügung mit Brotzeittisch, Kinderküche, Bilderbüchern, Bastelmaterial, Farbenlernmaterial, Zuordnungsspielen, Klangkiste, Verkleidungssachen und einer gemütlichen Kuschelecke mit vielen kleinen Kissen.
Brotzeit
Die Brotzeit, die die Kinder selbst mitbringen, schmeckt draußen am Allerbesten. Vorher werden die Kinderhändchen mit Seife und warmem Wasser aus der Thermosflasche gewaschen und wir richten unseren Brotzeitplatz mit einer Tischdecke festlich her. Das unterstreicht den Wert des Essens und wir haben einen hygienischen Untergrund. Die Brotzeit ist am Besten in Fingerfood geschnitten und nach einem lustigen Brotzeitspruch lassen wir sie uns gut schmecken!
Windelwechsel
Das Windelwechseln erfolgt bei Bedarf. Wir suchen dafür einen geschützten Bereich auf. Eine komplette Garnitur Kinderkleidung zum Wechseln führe ich für alle Fälle in meinem Rucksack mit.
Wetterangepasste Kleidung
Die Kinder sind am Besten nach dem Zwiebelschalenprinzip angezogen. So kann man unkompliziert etwas an- oder ausziehen. Das "Federkleid" eines Waldspechts reicht vom leichten Käppi mit Nackenschutz im Sommer bis zur gefütterten Matschhose mit warmen Outdoorstiefeln im Winter (Halbhosen erleichtern das Windelwechseln und die Sauberkeitsphase sehr).
Meine pädagogische Grundhaltung
Mir ist wichtig, dass die Kinder so viel wie möglich selber machen - draußen wie drinnen. Das fördert die Selbstständigkeit und Feinmotorik und dafür bekommen sie von mir die nötige Zeit. Sie sollen in Ruhe selber machen dürfen und sich freuen, den nächsten Schritt geschafft zu haben. Ich ermutige das Kind und greife nicht vorschnell ein; bei Bedarf biete ich punktuell Hilfe an und gebe gerade so weit Anregungen, dass der Lernprozess und das Erfolgserlebnis beim Kind bleibt. Ich finde es immer wieder spannend, wie Kinder Herausforderungen annehmen und nach Lösungen suchen - und selbst oft ganz überraschende finden!
Ihr Kind darf bei mir so sein, wie es ist
Wilder Bub, zartes Mädl oder andersherum? Jedes Kind hat das Recht, so zu sein, wie es ist. Jedes Kind will mit seinen Eigenheiten und Besonderheiten gesehen und geliebt werden. Bei mir können sich die Kinder mit Werkzeug genauso wie mit Puppen beschäftigen. Ich spreche nicht abwertend über's Mädchen- oder Jungesein ("ein Mädchen macht sich nicht so dreckig", "ein Junge kennt keinen Schmerz oder schminkt sich nicht"). Ich mag Bilderbücher mit Menschen verschiedener Hautfarbe, mit Handicaps und Baggerfahrerinnen. Kinder sollen nicht nur andere Kinder, sondern auch andere Kulturen und Lebensformen kennen und respektieren lernen.
Das gute Gespür der Kinder für sich selbst
Kinder haben ein sehr gutes Gespür dafür, was ihnen gut tut und was nicht und zeigen uns dies in der Regel auch sehr deutlich. Es liegt an uns, die Gefühle der Kinder zuzulassen, ernst zu nehmen, die Gründe dahinter zu erfassen, mit ihnen darüber zu sprechen und der Situation angemessen darauf zu reagieren. Im Ernstnehmen und Ruhe bewahren lernt das Kind mit der Zeit, sich zu regulieren. Ich finde es sehr spannend, Kinder zu beobachten und zu ergründen, was hinter ihrem Verhalten steckt, und möchte sie so begleiten, dass sie sich in meiner Betreuung rundum wohl fühlen.
"Das Kind nimmt dich nur an die Hand, um dich zu lehren."
(Antoine de Exupéry)
Eingewöhnung
Die Eltern sind ein wichtiger Teil der Erziehungspartnerschaft
Eine gute und offene Zusammenarbeit zwischen Eltern und mir ist für das Kind und seine Entwicklung sehr wichtig. Ich nehme mir in jeder Bring- und Holsituation ein wenig Zeit, mit Ihnen über den Tag und die Erlebnisse zu sprechen. Dabei soll positiv und wertschätzend vom Kind gesprochen werden.
Für einen intensiveren Austausch ohne Beisein der Kinder finden wir einen passenden Termin.
Haben Sie Fragen und Anregungen zum Betreuungsalltag, möchten Sie Fachliteratur ausleihen? Sprechen Sie mich gern an.